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SenneSand

Der Sennesand ein Produkt der Eiszeit

Das Verhältnis des Menschen zum Sand könnte als besonders oder auch als besonders ambivalent bezeichnet werden: Ab wann der faszinierende Quarz für die zweibeinige Spezies eine Rolle spielte, verliert sich im dichten Nebel der Vorzeit. Vielleicht rückte der granulöse Untergrund in eine vage Art der Wahrnehmung als mit Ackerbau und Viehzucht begonnen wurde, weil Missernten die ersten Siedler lehrten, dass der Boden zum Anbau nicht taugte. Die Erfahrung mit der flüchtigen, durchlässigen Substanz erzeugte über Epochen hinweg meist eine Assoziation mit der Vergänglichkeit: Spuren, die schnell im Sand verwischten, Stundengläser, in denen die Zeit sichtbar verrann, ganze Landstriche, die der Wind verwehte. Diese heutzutage gern als romantisch-melancholische Metaphern bemühten Bilder bedeuteten noch im vorletzten Jahrhundert Kummer und Elend. Sämtliche Redewendungen in Verbindung mit Sand handeln von seinem schlechten Ruf: Wer auf Sand baut, setzt seine Hoffnung auf einen unzuverlässigen Grund, etwas in den Sand Geschriebenes hat keinen Bestand und wenn Dinge im Sande verlaufen, sind sie ergebnislos ausgegangen. Ob man Sand zu schätzen wusste, war bis zur Industrialisierung eine Frage des Geldbeutels und Standes. Nur in höheren Kreisen konnte man sich beispielsweise aus Sand hergestelltes Glas leisten. In der modernen Welt hat der besondere Quarz eine äußerst bedeutende Rolle bekommen. Der Hunger nach immer mehr Baustoffen lässt die Ressourcen, die früher `wie Sand am Meer´ vorhanden waren, bereits jetzt schon knapp werden. Kinder, wahrscheinlich ihres unverstellten Blickes wegen, verbindet seit jeher eine innige Harmonie mit dem Element, was Sandkästen in Gärten und auf Spielplätzen bezeugen – sitzt das kleine Menschlein im Sand, ist es zufrieden und weiß es instinktiv, was zu tun ist. Bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert schrieb der deutsche Publizist und Pädagoge Johann Paul Friedrich Richter: „Ich kenne für Kinder in den ersten Jahren kein wohlfeileres, mehr nachhaltendes, beiden Geschlechtern angemessenes Spielzeug als – Sand.“

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