
Der feinkörnige Sennesand ist ein begehrter Rohstoff, und so ist es nicht verwunderlich, dass man in der Senneregion viele aktive und aufgegebene Sandgruben findet. Nach Abschluss der Förderung bleibt in den meisten Fällen ein Baggersee zurück, so auch hier, unmittelbar angrenzend an das Augustdorfer Dünenfeld. Aufgrund der guten Wasserqualität beheimaten die Baggerseen der Senne neben verschiedenen Fischarten beispielsweise auch den seltenen Edelkrebs. Eine weitere, kaum bekannte bzw. wahrgenommene Tierart wurde ebenfalls in einigen der Baggerseen nachgewiesen: die Süßwasserqualle.
Die Süßwasserqualle oder -meduse ist die einzige im Süßwasser vorkommende Qualle Mitteleuropas. Die Tiere werden bis zu ca. 2-2,5 cm groß und weisen die für Quallen typischen, nesselbesetzten Tentakeln auf. Süßwasserquallen haben einen Wassergehalt von 93 % und sind damit die wasserreichsten bekannten Tiere.
Die auffällige Meduse ist die Geschlechtsform eines nur 0,5-2 mm großen, unauffälligen Polypen. Da die Polypen, die als Einzeltiere oder kleine Stöckchen den Gewässergrund besiedeln, eine klebrige Oberfläche besitzen, sind sie durch haftendes Substrat gut getarnt. Sie leben im und auf dem Grund der Gewässer und ernähren sich beispielsweise von Kleinkrebsen.
Die entwickelten Quallen ruhen vorwiegend am Gewässergrund, steigen aber bei sonnigem Wetter bis zur Wasseroberfläche. Sie leben von planktischen Kleinkrebsen, Rädertierchen und Einzellern. Gelegentlich kommt es auch zu einem massenhaften Auftreten der Medusen.
Der erste europäische Nachweis von Süßwasserquallen erfolge 1880 in den Royal Botanic Gardens in London. Es wird vermutet, dass die Tierchen als Polypen an Wasservögeln haftend, aus Brasilien oder Ostasien, nach Europa eingeschleppt worden sind. Außer in der Antarktis ist die Art heute weltweit zu finden.