
„Baum-Bonsais“ werden normalerweise durch kunstvolle Gestaltung und regelmäßigen Rückschnitt des Austriebs in Gärtnereien herangezogen. Im Fall dieser kleinwüchsigen Rotbuche am Wegesrand ist nicht der gärtnerische Schnitt sondern der Verbiss durch Rehe oder Damwild für die Bonsaigestalt verantwortlich. Als seltener Leckerbissen zwischen den vorherrschenden Kiefern und Birken wird die kleine Buche Jahr für Jahr erneut von den Tieren zurechtgestutzt.
Auf den nährstoffarmen Sandböden der Senne sind die anspruchsvollen Rotbuchen nur vereinzelt anzutreffen und werden daher besonders stark verbissen. Die Lage der Pflanze direkt an einem Wildwechsel erhöht zusätzlich noch den Fraßdruck. Auch die übrigen Rotbuchen in der näheren Umgebung zeigen starke Verbissspuren, sind teilweise jedoch aus der Reichweite der hungrigen Mäuler gewachsen und können vielleicht zu Bäumen aufwachsen. Da „unsere“ Buche dies jedoch noch nicht geschafft hat und vielleicht auch niemals schaffen wird, prägt sich ihre Bonsaigestalt Jahr für Jahr immer stärker aus.